SchuldnerAtlas Deutschland 2025: Überschuldung steigt deutlich
Zu dem am 14.11.2025 veröffentlichten neuen SchuldnerAtlas teilt Creditreform mit: Die seit längerem erwartete Trendwende tritt ein: Die Zahl überschuldeter Verbraucher*innen in Deutschland nimmt erstmals seit 2018 wieder merklich zu. Im Jahr 2025 zählt Creditreform rund 5,67 Millionen Überschuldungsfälle und somit 111.000 neue Fälle.
Die Zahl der „harten“ Überschuldungsfälle (mit juristischen Folgen) und die der „weichen“ Fälle (geringere Überschuldungsintensität) steigt erstmals seit 2017 wieder zeitgleich an. Die „weichen“ Fälle haben mit 72.000 neuen Fällen (+ 3,0 Prozent) fast doppelt so stark zugenommen, wie die „harten“ Fälle (+ 39.000; + 1,2 Prozent). Somit rutschen viele Menschen nicht plötzlich, sondern schleichend in die Überschuldung. Rechnungen geraten in Rückstand; Mahnungen und Gerichtsverfahren sind die Folgen. „Überschuldung ist kein Randphänomen mehr“, so Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. „Wir sehen mittlerweile viele, die eigentlich gut situiert sind, aber ihre finanzielle Belastbarkeit überschätzt haben.“
In 69 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte sind die Überschuldungsquoten 2025 gestiegen. Besonders stark betroffen sind wirtschaftlich angeschlagene Regionen, besonders in Nordrhein-Westfalen. Landesweit beträgt die Überschuldungsquote hier 9,79 %. Das sind 1,46 Mio. überschuldete Menschen in NRW, 44.000 mehr als im Jahr zuvor. Gelsenkirchen (Quote: 17,07 %), Herne (16,58 %), Hagen (16,58 %) und Duisburg (16,32 %) gehören zu den zehn Städten mit der höchsten Überschuldungsquote.
Quellen und weitere Information: https://www.creditreform.de/fileadmin/user_upload/central_files/News/News_Wirtschaftsforschung/2025/SchuldnerAtlas_Deutschland/SchuldnerAtlas_Pressemitteilung_2025.pdf (PDF-Download)
https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/schuldneratlas
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