WSI-Mindestlohnbericht 2025: Mindestlohn in Deutschland steigt nur auf niedrigem Niveau
Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung beleuchtet die Auswirkungen der „Richtlinie 2022/2041 über angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“ auf die Mindestlohnpolitik in Deutschland. Deutschland hat anders als andere Länder in der Europäischen Union Artikel 5 der Richtlinie „Referenzwerte für den Mindestlohn“ nicht gesetzlich verankert. In Deutschland wird die MindestlohnKommission weiterhin den Mindestlohn durch eine Gesamtabwägung von aktuellem Mindestlohn, Entwicklung des Tariflohnes und aktuellem Mediannettoeinkommen festlegen. Deutschland belegt nach den neuesten Anpassungen des Mindestlohnes in Belgien mit 12,82 € Platz 5 im europäischen Mindestlohn-Ranking nach Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Irland und Belgien. Eine Bindung der Entwicklung des Mindestlohns an die Verbraucherpreisentwicklung, wie sie in Frankreich und Belgien umgesetzt wird, ist für Deutschland nicht in Sicht. Das kann bei steigender Inflation und nicht erhöhtem Mindestlohn zu spürbaren Kaufkraftverlusten führen. Zudem verfehlt Deutschland den Referenzwert von 60% des Medianeinkommens knapp. Dieser liegt bereits jetzt schon bei ca. 15 € pro Stunde.
WSI-Mindestlohnbericht 2025